Nachruf Dr. Toshikatsu Yamamoto

Am Wochenende erreichte mich die traurige Nachricht über den Tod von Dr. Toshikatsu Yamamoto. Eine Nachricht, die mich betroffen hat, obwohl ich Herrn Yamamoto nie persönlich kennenlernen durfte und er ein stolzes Leben von 96 Jahren hinter sich gelegt hat.

Warum also hat mich sein Tod so berührt?

Dr. Yamamoto war der Erfinder der YNSA – Yamamoto New Scalp Acupuncture, auf Deutsch Yamamoto Neue Schädelakupunktur. Diese besondere Akupunkturmethode ist ein fester und wertvoller Bestandteil meiner Therapie. Dr. Yamamotos Tod bedeutet das Ende einer Ära. Herr Yamamoto hat Jahrzehnte an seinem Mikrosystem geforscht und, wie er selbst immer betonte, von seinen Patienten gelernt.

Ich habe die Ehre, diese Methode von seiner Schülerin und Freundin, Dr. Dorothea Zeise-Süss, erlernt zu haben. Dorothea teilt immer sehr herzlich Geschichten über Herrn Yamamoto. Durch ihre Erzählungen hat man das Gefühl, diesen lieben Mann ein bisschen selbst zu kennen.

Mehr als einmal habe ich mir gewünscht, nach Japan zu fliegen, YNSA-Gakkai zu besuchen und Herrn Yamamoto mindestens einmal zu sehen. Dieser Wunsch wird sich leider nicht mehr erfüllen lassen.

Aber Dorothea selbst ist auch eine begeisterte Erfinderin. Sie entdeckte spezielle Punkte auf dem Schädel, die Herr Yamamoto nach ihr benannte – die sogenannten ZS-Punkte. Diese kleinen Areale am Kopf haben eine nachweisliche Wirkung auf Hypophyse und Hypothalamus und damit auf das Hormonsystem. Sie können etwa bei hormonellen Veränderungen (z.B. in der Menopause) regulativ wirken und sind auch von großer Bedeutung für Parkinson-Patienten – ein Gebiet, auf das sich meine Lehrerin inzwischen spezialisiert hat.

Ich bin Dr. Toshikatsu Yamamoto zutiefst dankbar. Dankbar für seine Entdeckungen und dafür, dass er sein Wissen so großzügig weitergegeben hat. Ich hoffe, es wird weiterhin viele begeisterte Schüler wie Dr. Dorothea Zeise-Süss geben, damit diese wunderbare Akupunktur lebendig bleibt.