Eine Woche Pause von alten Essgewohnheiten

Was kann sich verändern?

Der Kaffee direkt nach dem Aufstehen, etwas Süßes nach dem Mittagessen, am Abend ein Glas Wein oder zwischendurch schnell was auf die Hand. Vieles davon entscheiden wir gar nicht jeden Tag neu. Es gehört einfach zu unserem Alltag.

Was passiert, wenn wir solche Gewohnheiten für eine Woche bewusst unterbrechen?

Eine Woche verändert sicherlich nicht unser ganzes Leben. Sie kann aber ausreichen, um Gewohnheiten sichtbar zu machen und den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen.

Gewohnheiten werden plötzlich sichtbar

Viele Menschen verbinden Essgewohnheiten mit Disziplin. Dabei spielt unsere Umgebung eine große Rolle.

Gewohnheiten entstehen unter anderem dadurch, dass wir ein bestimmtes Verhalten in ähnlichen Situationen immer wieder ausführen. Irgendwann reicht die Situation selbst als Auslöser. Der Kaffee gehört zum Arbeitsbeginn, der Keks zur Pause oder die Schokolade zum Fernsehabend. In der Verhaltensforschung spricht man von sogenannten Kontextreizen. Bestimmte Orte, Tageszeiten oder Situationen können ein erlerntes Verhalten automatisch anstoßen.

Das erklärt auch eine Beobachtung, die viele kennen. Im Urlaub fällt es manchmal erstaunlich leicht, bestimmte Dinge wegzulassen. Man ist fest davon überzeugt, diese neue Gewohnheit zu Hause beizubehalten. Kaum beginnt der Alltag wieder, ist auch das alte Muster zurück.

Das liegt nicht nur an der Willenskraft. Zu Hause und am Arbeitsplatz begegnen uns wieder die gewohnten Auslöser.

Genau deshalb finde ich eine bewusste Ernährungswoche wichtig. Sie unterbricht diese Abläufe und schafft die Möglichkeit zu erkennen, was tatsächlich Hunger oder Appetit ist und was einfach dazugehört.

Kaffee kann in den ersten Tagen tatsächlich fehlen​

Wer regelmäßig Kaffee, schwarzen oder grünen Tee trinkt und während einer Detoxwoche darauf verzichtet, kann die Umstellung körperlich spüren.

Koffeinentzug kann bereits 12 bis 24 Stunden nach der letzten Aufnahme beginnen. Typisch sind vor allem Kopfschmerzen und Müdigkeit. Die Beschwerden erreichen häufig innerhalb der ersten zwei Tage ihren Höhepunkt und können mehrere Tage anhalten. Wie stark jemand darauf reagiert, ist individuell.

Das finde ich wichtig zu wissen. Kopfschmerzen oder Müdigkeit zu Beginn des Detox werden schnell als Zeichen einer Entgiftung interpretiert. Bei regelmäßigem Kaffeekonsum kann dahinter ganz schlicht der Verzicht auf Koffein stecken.

Die Ernährung verändert sich stärker, als man zunächst denkt

In unserem Detox verzichten wir unter anderem auf Alkohol, Süßigkeiten, Kaffee und verarbeitete Lebensmittel. Gleichzeitig verändert sich damit die gesamte Zusammensetzung der Ernährung.

Gerade stark verarbeitete Lebensmittel sind interessant. In einer kontrollierten Studie des US-amerikanischen National Institutes of Health bekamen Teilnehmer für jeweils zwei Wochen entweder stark verarbeitete oder unverarbeitete Lebensmittel angeboten. Bei der stark verarbeiteten Kost nahmen sie im Durchschnitt etwa 500 Kilokalorien pro Tag mehr auf und nahmen an Gewicht zu.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jedes verarbeitete Lebensmittel automatisch ganz schlecht ist. Die Studie zeigt aber sehr schön, dass nicht nur die Frage „Was esse ich?“ eine Rolle spielt. Auch Verarbeitung, Zusammensetzung und die Art, wie Lebensmittel angeboten und gegessen werden, können unsere Energieaufnahme beeinflussen.

Auch die Waage kann sich bewegen

Viele Teilnehmer interessieren sich dafür, was während einer solchen Woche mit ihrem Gewicht passiert.

Eine Gewichtsveränderung innerhalb weniger Tage bedeutet allerdings nicht, dass die gleiche Menge Körperfett verschwunden ist. Gerade bei stark eingeschränkter Energiezufuhr kann ein schneller Gewichtsverlust zu einem erheblichen Teil durch Veränderungen des Wasserhaushalts entstehen.

Deshalb würde ich den Erfolg einer Woche nie allein an der Zahl auf der Waage festmachen.

Was möchte ich nach dieser Woche beibehalten?

Nach dem Detox beginnt der entscheidende Teil. Der normale Alltag kommt zurück.

Jetzt kann man bewusst auswählen.

Vielleicht darf der Kaffee wieder dazugehören, aber statt vier Tassen reicht eine. Oder man entscheidet sich, den Kaffee erst einige Wochen später wieder zu trinken. Vielleicht bleibt das Stück Kuchen am Wochenende, während das automatische Naschen am Arbeitsplatz wegfallen darf. Vielleicht hat man wieder häufiger selbst gekocht und möchte genau das beibehalten.

Eine Woche reicht kaum aus, um jahrelange Gewohnheiten dauerhaft zu verändern. Sie kann aber zeigen, wo diese Gewohnheiten überhaupt sitzen. Genau darin sehe ich einen wichtigen Wert einer solchen Auszeit.

Warum unser Detox über die Ernährung hinausgeht

Natürlich spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Wir beschäftigen uns aber auch mit Gewohnheiten, Körperwahrnehmung und Bewegung und wenden verschiedene naturheilkundliche Maßnahmen an.

Vor allem möchte ich, dass Sie aus dieser Woche etwas mitnehmen, das länger hält als acht Tage. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Vielleicht entdecken Sie nur eine Gewohnheit, die Sie verändern möchten. Das kann bereits ein guter Anfang sein.

Unser nächstes Detox startet am 27. September. Wenn Sie dabei sein möchten, können Sie sich direkt anmelden. Falls Sie vorher Fragen zum Ablauf oder zur Teilnahme haben, melden Sie sich gerne bei mir.

Adéla Fröber, Ihre Heilpraktikerin in Bietigheim